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Walter Frenzel

(берлинский поэт и писатель, умер в 2011)

Walter FrenzelSvetlana Wiederhold: Noch ein paar Jahre und Sie werden 100 Jahre feiern. Große Achtung! Und Ihr ganzes Leben waren Musik und Literatur ständige Begleiter. Können Sie die Hauptpunkte ihres Weges beschreiben?


Walter Frenzel:
Musik:
Erste Berührung mit Musik hatte ich bereits als  Kind und in früher Jugend, als ich  4 Jahre Geigenunterricht nahm. Später absolvierte ich eine Ausbildung für klassischen Gesang bei Prof.Dr. Wichman in Halle. Ich sang bei Veranstaltungen in Kirchen und gab Konzerte.
In meiner Familie musizierte ich oft mit meinem Bruder zusammen. Mein Vater konnte auch Geige spielen, was ich aber leider selbst von ihm nie gehört habe.
Literatur:
Meine ersten Märchen entstanden bereits im Krieg. Später schrieb ich dann für meine Kinder. Einige von meinen Märchenspielen sind aufgeführt worden,  was für mich erste kleine Erfolge waren. In den letzten Jahren sind viele Gedichte von mir in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht worden. Später entstanden auch religiöse Gedichte  (kirchlich betätigte ich mich in Verwaltung, als Kirchendiener, Chorleiter und Prediger). In meiner Familie war ich früher der Einzige der Freude am Dichten hatte, jetzt schreiben meine Enkelin und Urenkelin Gedichte und kleine Geschichten…

Svetlana Wiederhold: Welche Bücher und welche Musik haben Ihre Kindheit bereichert?
Walter Frenzel:  
Weniger Musik - In der frühen Kindheit interessierten mich natürlich alle Märchen, besondere Liebe galt Willhelm Hauffs Märchen. In der späteren Schulzeit las ich Schauspiele: z.B. von Schiller und Hebbel. Im letzten Schuljahr begeisterte mich Homers „ Ilias“  besonders wegen des Versmaßes  (Hexermater).

Svetlana Wiederhold: Sie haben in Deutschland so viel erlebt, sowohl tragisches, als auch sehr fröhliches. Wenn Sie jetzt zurückblicken, welche Ereignisse war für Sie besonders  erfreut oder erschütternd?
Walter Frenzel: Als ich 24 Jahre alt war starb mein Vater an einer Lungenentzündung, was mich besonders  erschüttert hat. Fröhliche Ereignisse gab es so viele, dass ich kein Besonderes zu erwähnen brauche.

Svetlana Wiederhold: Welches Gedicht war das erste?

Walter Frenzel:  Zu meinem ersten Gedicht inspirierte mich eine Frau. Nach meinen ersten Gedichten  entstand auch bald das ersten Märchen:„Der Wiesenprinz“.

Svetlana Wiederhold: Sie sind ein optimistischer Mensch. In welchen Wörtern formulieren Sie für sich die Einstellung, die Ihnen  während den schweren Zeiten hilft? Wie empfinden Sie, was ist das Leben?
Walter Frenzel: Oft begegnete mir die Einstellung: „Was hat man schon vom Leben“
meine Antwort:
„Von wem haben sie die Zusicherung, etwas vom Leben haben zu müssen; ich betrachte das Leben als eine Aufgabe, die wir zu erfüllen haben.“

Svetlana Wiederhold: Wie groß ist die Rolle der Natur für Sie? Sind Sie eher ein „Stadt“- Mensch?

Walter Frenzel: Ich bin kein Stadtmensch, meine Kindheit und frühe Jugend verbrachte ich in Wald, Wiese und duftenden Kiefernwäldern.

Svetlana Wiederhold: Sie haben viel gereist und haben auch viele Wohnorte gewechselt. Heute wohnen Sie in Berlin. Was bedeutet diese Stadt für Sie?  Womit oder mit wem assoziieren Sie Berlin?

 

Walter Frenzel: In den 30ziger Jahren habe ich schon einmal in Berlin gewohnt, ich hatte Kontakte zu Künstlern wie z.B. zum Bildhauer Lind; zum Herausgeber der Kinderzeitung „Das Heinzelmännchen“; zu Kurt Batels ( „Kuba“) und zu verschiedenen Sängerpersönlichkeiten. In dieser Zeit spielte ich  auch als Geiger Tanzmusik bzw. Unterhaltungsmusik in einem kleinen Cafe. Und ich entdeckte mit einem guten Freund zusammen  Berlin.
Berlin ist die begrünteste Stadt Deutschlands, hat die meisten Kulturstätten und steht verkehrstechnisch an erster Stelle.

Svetlana Wiederhold: Welches sind Ihre beliebtesten Orte in Berlin?
Walter Frenzel:  alle Kulturstätten und der Dom

Svetlana Wiederhold: Sie haben für ihre Kinder viel geschrieben: Märchen, Lieder, Gedichte. Was würden sie gern selbst als Kind lesen und singen?

Walter Frenzel: Ein Lied aus dem Märchenspiel: Pfefferkuchenhansel

Es stand ein sittsam Blümelein
im himmelblauen Glöcklein
ganz munter auf dem Feld,
und selbst im Abendsonnenschein
da schloss es nicht die Äugelein,
kling klang kling klang,
pink pank pink pank,
so schön schien ihm die Welt.

Der Mond am dunklen Himmelsrand,
hob warnend seine Wolkenhand:
„Du leg dich jetzt zur ´Ruh`!“
Jedoch das muntere Blümelein,
das wollte klug und klüger sein.
Kling klang kling klang
Pink pank pink pank,
und lachte nur dazu.

Da kam nach rauer Zwergenart
mit Strubelhaar und Stoppelbart
ein Wichtelmann daher.
Der suchte kühlen Abendtau
Und fand das Blümlein himmelblau.
Kling klang kling klang
Pink pank pink pank
Und wunderte sich sehr.

Er streichelte sein Glöckelein
Sein grüngestreiftes Röckelein
Und tat so lieb und gut.
Doch aber nur für kurze Zeit,
sodann zerbrach die Artigkeit
Kling klang kling klang
Pink pank pink pank
Sein tolles Zwergenblut.

Er küsste es auf seinen Mund
Wohl hundertmal in einer Stund,
hat nicht danach gefragt.
Und was am Blümlein fein und zart,
zerbrach sein starker Stoppelbart
Kling klang kling klang
Pink pank pink pank
Wie hat es da geklagt!

 

Svetlana Wiederhold: Können Sie uns noch ein Gedicht schenken? Vielleicht eins aus den zuletzt geschrieben?

Walter Frenzel: Ja, es heißt "Die Brille"

1. Ich habe nicht mehr viel Haare…                 6. Kein Stein auf unserer Wegesstrecke
Ich hab`auch nicht mehr sehr viel Jahre           ist ohne Sonnenflecken;
Jedoch die Jahre, die ich hatte                         und keine noch so finstre Miene,
und auch die Haare, die ich hatte,                    die nicht der Mondenschein beschiene.
sie waren gut!                                                 Das ist doch gut!

2. Ich habe nicht mehr gute Augen…                 7. Und wenn sich Haar und Jahre lichten,
Und auch die Ohren wenig taugen…                   und man beginnt einmal zu sichten
Doch was sie sah`n und was sie hörten             worauf es ankommt, wenn man wägt..
und damit meinen Sinn betörten,                       Nur auf die Brille, die man trägt!
ich fand es gut!                                                Ist das nicht gut?

3. Wenn Skeptiker auf Menschen zeigen            8. Die Gläser müssen ganz allein
und ihnen ihre Meinung „geigten“,                     aus Heiterkeit gegossen sein;
sie seien undankbar und schlecht -                    die Fassungen Zufriedenheit -
unzuverlässig – ungerecht…                              die Bügel aus Gelassenheit –
Ich fand sie gut!                                               Dann sieht man gut!

4. Und wenn sie sagten, Freund und Frauen       9.Dann wandeln sich des Lebens Lasten,  
sei nur bedingt und kaum zu trauen                  grad wie durch einen Zauberkasten;
und sich enttäuscht und fast zerbrochen            dann leben wir nur um zu loben
sich in ihr „Schneckenhaus“ verkrochen…           den großen Zauberkünstler droben!
Ich fand sie gut!                                               Der macht`s schon gut!

5. Wenn wir vom Leben nichts erwarten,
wird es zu einem Zaubergarten.
Und wenn sich keine Blume rührt,
ist es ein Kaktus, der uns führt.
Das ist doch gut!

Svetlana Wiederhold: Vielen Dank, Herr Frenzel, für so ein interessantes Interview!
Ich wünsche Ihnen noch viele gesunde und fröhliche Jahre!

Светлана Видерхольд
Берлин, 2009

 


Danke an Magdalena Stein, Enkelin von Walter Frenzel, für die Materialen: Texten und Foto von Walter Frenzel

 

 

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